Das leise Knacken beim Aufdrehen ist kein Geständnis. Es ist ziemlich oft das Zeichen, dass jemand beim Wein mitgedacht hat.
Die Szene kennst du: Du bringst eine Flasche mit, drehst den Verschluss auf, und irgendwer am Tisch zieht die Augenbraue hoch. Schraubverschluss, also billig. Dieser Reflex sitzt tief. Er ist nur leider ungefähr so aktuell wie ein Faxgerät. Zeit, damit aufzuräumen.
Woher der Snobismus kommt
Der schlechte Ruf hat einen einfachen Ursprung. Als der Schraubverschluss aufkam, saß er zuerst auf den günstigsten Weinen im Regal. Das Bild hat sich festgesetzt: Korken gleich edel, Schraube gleich Discounter. Dazu kommt das Ritual. Der Korkenzieher, das Plopp, der Probierschluck im Restaurant. Alles schön, alles Theater, und nichts davon sagt irgendwas über den Inhalt.
Wer sich in der Weinwelt umschaut, sieht längst ein anderes Bild. In Neuseeland und Australien ist der Schraubverschluss seit Jahren der Normalfall, auch bei Weinen, die deutlich mehr kosten als unsere. Und viele deutsche Weingüter verschließen ihre frischen Weißweine und Rosés heute ganz bewusst mit der Schraube. Nicht um zu sparen, sondern weil es für diese Weine die bessere Technik ist.
Was die Schraube besser kann
Ein Schraubverschluss ist vor allem eines: dicht. Es kommt praktisch kein Sauerstoff an den Wein, also bleibt er genau so frisch, wie er abgefüllt wurde. Für Weine, die von Frucht und Frische leben und jung getrunken werden sollen, ist das genau das, was man will. Da soll nichts jahrelang reifen. Da soll der Sommer im Glas bleiben.
Der zweite Punkt ist der Korkschmecker. Das ist der Weinfehler, bei dem eine Flasche muffig riecht, wie nasser Karton, und komplett ungenießbar ist. Er entsteht durch belastete Naturkorken, trifft ohne Vorwarnung und macht jede Flasche zum kleinen Glücksspiel. Mit Schraubverschluss ist dieses Risiko praktisch vom Tisch.
Und dann ist da noch der Alltag. Keine Suche nach dem Korkenzieher, kein Gefummel am See oder im Park. Die Tricks für Flaschen ohne Korkenzieher brauchst du nur noch bei fremden Flaschen. Und wenn was übrig bleibt, drehst du einfach wieder zu und stellst die Flasche kalt. Wie lange offener Wein hält, haben wir separat aufgeschrieben.
Die Schraube ist kein Sparprogramm. Sie ist eine Entscheidung für Frische.
Wann Kork wirklich Sinn hat
Ganz ehrlich: Der Korken ist nicht der Feind. Naturkork lässt über die Jahre winzige Mengen Sauerstoff an den Wein, und genau das kann gewollt sein. Bei Weinen, die lange im Keller liegen und sich dort langsam entwickeln sollen, etwa bei kräftigen Rotweinen, kann diese langsame Reifung Teil des Plans sein. Wer solche Weine sammelt, hat gute Gründe für Kork.
Und ja, auch die Emotion zählt. Es gibt Abende, da gehört das Plopp einfach dazu, und das muss niemand wegdiskutieren. Nur sollte man beides auseinanderhalten: Das eine ist Stimmung, das andere ist Qualität. Ein Korken macht keinen Wein besser. Er passt nur zu einer bestimmten Sorte Wein und zu einem bestimmten Moment.
Worauf es wirklich ankommt
Die ehrliche Antwort auf die Frage ist also: Es kommt auf den Wein an. Frische Weine zum jetzt Trinken fahren mit der Schraube meistens besser. Lagerweine für den Keller können vom Kork profitieren. Der Verschluss ist Technik, keine Visitenkarte.
Wir sehen das entspannt, weil wir wissen, wo unsere Prioritäten liegen. HEAVEN, unser trockener Rosé, und HELL, unser frischer Weißwein, kommen aus einer Kellerei in Konstanz, die seit 1225 Wein macht. Dort entscheidet man solche Fragen nicht nach Image, sondern danach, was dem Wein guttut. Unsere Weine sind für diesen Sommer gemacht, nicht für zwanzig Jahre Keller. Wenn dich also das nächste Mal jemand wegen eines Verschlusses schief anschaut, schenk einfach ein. Das Glas beantwortet die Frage besser als jede Diskussion.
Probier, worauf es ankommt.
HEAVEN Rosé und HELL Weißwein vom Bodensee. Merk dir deine Flaschen vor und gehör zu den Ersten.
Zum WeinNoch nicht durstig? Der Kreis erfährt es zuerst.
